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Schuld und Unschuld

Jakob Stein

Schuld und Unschuld


Die Wandlung des Henry Jaeger

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Erscheinung: 29. Juni 2026

HC mit Schutzumschlag, 388 Seiten
ISBN: 978-3-943758-68-9
EUR 28,00

Silvester 1954. In den frühen Morgenstunden überfällt eine dreiste Räuberbande die Rentenauszahlstelle in Frankfurt am Main. Die Tat erschüttert die Öffentlichkeit der gesamten Bundesrepublik. Im Fortgang wird daraus der erste Medienprozess der BRD. Im Zentrum drei junge Männer, die nicht nur ihre gemeinsame Kindheit vereint.

Schuld und Unschuld schildert das Streben nach dem kleinen persönlichen Glück innerhalb einer verworfenen Welt. Hindernisse dabei werden von den Protagonisten häufig einer übergeordneten Macht zugeschrieben, die in allem gegen sie gerichtet ist. In diesem Sinn ist der Roman von hoher Aktualität und ein Spiegel ins Hier und Jetzt.


Der Roman:
Schuld und Unschuld beschreibt die Vorgänge aus der Sicht der Täter. Im Mittelpunkt steht Karl-Heinz Jäger, der Kopf der Bande, der sich zur Literatur hingezogen fühlt. Dieses eine große Ding soll ihm und seinen Freunden den Zutritt in die bürgerliche Gesellschaft ermöglichen, von der sie sich bislang ausgeschlossen fühlen. Die beginnende Wirtschaftswunderzeit rauscht an ihnen vorbei.
Der Roman setzt unmittelbar vor dem Überfall ein. Nur knapp entkommen sie der Polizei. Nichts ist so gelaufen, wie geplant. In den Folgewochen gilt es die Füße stillzuhalten. Für Karl-Heinz endlich die Zeit, sich seinen literarischen Ambitionen zu widmen. Er möchte seinem großen Vorbild Dostojewski nacheifern und selbst Schriftsteller werden. Einen Namen für sich als Autor hat er schon: Henry Jaeger. Unbeholfen, aber voller Tatendrang, bringt er allerhand Beobachtungen zu Papier. Alles bleibt Stückwerk und unfertig. Von seiner Umgebung als Verrücktheit abgetan, wird es für Henry zur Gewissheit, dass im Schreiben seine Zukunft liegt.
Völlig überraschend erfolgt die Verhaftung, der Jäger als gespaltene Person gegenübersteht. Als Karl-Heinz streitet er alle Vorwürfe ab, während Henry die Zeit in der Zelle genießt und immer weitere Geschichten erfindet. Das Urteil droht am Ende beide zu vernichten.

Die Hauptfigur:
Henry Jaeger (*1927 Frankfurt am Main, † 2000 Ascona) war eine der schillerndsten Figuren des bundesdeutschen Literaturbetriebs. Zunächst als Kopf einer Räuberbande berühmt-berüchtigt, gelang ihm mit seinem ersten Roman, geschrieben auf das Toilettenpapier seiner Zelle, der nächste Coup. Das Buch wurde ein Bestseller und u. a. mit Hildegard Knef in einer der Hauptrollen verfilmt. Schuld und Unschuld beschreibt den Wandel des Gauners zum Erfolgsautor.

Historische Hintergründe:
Schuld und Unschuld basiert auf tatsächlichen Ereignissen, einer „True-Crime-Story“. Die „Jäger-Bande“, wie sie später genannt wurde, bestand im Kern aus drei Personen: Karl-Heinz Jäger, Horst und Willy Korbmacher. Der Überfall auf die Rentenzahlstelle markiert den Höhepunkt der Bandenkriminalität in der noch jungen Geschichte der BRD. Die Tat wirkte weit über die Stadtgrenzen Frankfurts hinaus und führte zur Auslobung der höchsten Belohnung der damaligen Zeit. Diese sollte insbesondere die Spitzel und Zuträger im Milieu animieren. Trotz allem kam es zu keinem entscheidenden Hinweis. Den Gang der Dinge abwartend, widmeten sich die drei Täter ihren persönlichen Zielen: Horst wollte Taxifahrer, Willy Spediteur und Karl-Heinz Schriftsteller werden. Wie aus dem Nichts erfolgte die Verhaftung aufgrund ganz anderer Vorkommnisse durch die Mannheimer Polizei. Erst später entdeckten die Frankfurter Beamten, wer ihnen da vor der Nase weggeschnappt worden war. Dies führte zu einer öffentlichen Auseinandersetzung der Dienststellen, wem der Erfolg für die Ergreifung der „raffiniertesten und trickreichsten Bande der Bundesrepublik“ (DER SPIEGEL, 1955) gebührte. Karl-Heinz Jäger verteidigte sich vor Gericht damit, dass die Überfälle nur Recherchen für seine geplanten Romane gewesen wären.

Henry Jaeger würde am 29.6.2027 seinen 100. Geburtstag feiern. Zu diesem Anlass sind zahlreiche Veranstaltungen und Medienberichte in Vorbereitung.


Der Autor:
Jakob Stein lebt seit mehr als dreißig Jahren in Frankfurt am Main. Er ist Autor, Herausgeber, Verleger, Moderator und Stadtführer. Schuld und Unschuld ist nach „Der Gröschaz“ (2019) sein zweiter Roman über Henry Jaeger. Mehr zu Jakob Stein unter www.jakob-stein.de

Das Buch:
Jakob Stein
Schuld und Unschuld Die Wandlung des Henry Jaeger
HC mit Schutzumschlag, 388 Seiten, ISBN 978-3-943758-68-9
Preis: 28.- €
erscheint am 29. Juni 2026.

„Die Dreigroschenoper als Roman“ Palma Publishing Berlin

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